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ADS-B einfach erklärt: Out, In, und was das für Sie bedeutet

ADS-B ist ein elektronischer Überwachungsstandard, der seit Langem in der kommerziellen Luftfahrt und der allgemeinen Luftfahrt eingesetzt wird. Er beschränkt sich nicht auf eine einzige Funktion: Den Unterschied zwischen Senden und Empfangen genau zu verstehen, ist unerlässlich, bevor man Schlussfolgerungen zur eigenen Sichtbarkeit zieht.

Was ist ADS-B?

ADS-B (Automatic Dependent Surveillance – Broadcast) ist ein elektronischer Überwachungsstandard, der in der kommerziellen Luftfahrt und der allgemeinen Luftfahrt verwendet wird. Ein ausgerüstetes Luftfahrzeug bestimmt seine Position, meist per GNSS, und sendet sie automatisch aus, ohne dass eine externe Abfrage nötig ist – daher der Begriff „dependent" (abhängig von den Bordsystemen) und „broadcast" (Rundfunk).

ADS-B Out

Die Funktion ADS-B Out besteht darin, dass ein Luftfahrzeug seine Identität, seine Position und Flugdaten aus seinen eigenen Bordsystemen (unter anderem Höhe, Geschwindigkeit, Kurs, je nach Ausrüstung) aussendet. Diese Funktion macht ein Luftfahrzeug für umliegende ADS-B-Empfänger erkennbar – am Boden wie in der Luft.

ADS-B In

Die Funktion ADS-B In besteht darin, die von anderen Luftfahrzeugen ausgesendeten ADS-B-Übertragungen zu empfangen. Ein Gerät kann über eine der beiden Funktionen verfügen, ohne die andere zu haben: Ein reiner ADS-B-In-Empfänger sendet nichts aus, und ein reiner ADS-B-Out-Sender empfängt nichts. Es handelt sich um zwei unabhängige Fähigkeiten, die oft kombiniert, aber nicht systematisch zusammen vorhanden sind.

Wer nutzt ADS-B?

ADS-B wird von der kommerziellen Luftfahrt und der allgemeinen Luftfahrt umfassend genutzt, wobei die Ausrüstungspflicht je nach Luftraum und Rechtsordnung durch regulatorische Vorgaben geregelt ist. Die Nutzung nimmt auch in der Leichtluftfahrt zu, allerdings unterschiedlich stark je nach Land und betroffener Luftfahrzeugkategorie.

Warum sind ADS-B und ADS-L unterschiedlich?

ADS-L ist keine verkleinerte oder vereinfachte Version von ADS-B. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Technologien und zwei getrennte Ökosysteme mit eigenen Frequenzbändern, eigenen technischen Einschränkungen und eigenen Zielgruppen. Die beiden zu verwechseln, führt zu falschen Erwartungen hinsichtlich der Kompatibilität zwischen Geräten.

ADS-B und FLARM

ADS-B und FLARM sind getrennte Protokolle, die unabhängig voneinander entwickelt wurden und unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Eine Koexistenz ist bei bestimmten Multiprotokoll-Geräten möglich, die beide integrieren, doch dies hängt vollständig von der jeweils installierten Hardware ab – es handelt sich nicht um eine allgemeine Eigenschaft der beiden Standards.

ADS-B und Mode S

Mode S ist ein Überwachungs-Transponderstandard, der zur Beantwortung von Abfragen eines bodengestützten Sekundärradars oder eines TCAS/ACAS-Kollisionswarnsystems dient. Er ist kein Synonym für ADS-B: In der Praxis wird die Funktion ADS-B Out häufig über eine Erweiterung des Mode-S-Signals (den Extended Squitter) implementiert, doch ein reiner Mode-S-Transponder ohne aktivierte Erweiterung sendet nicht dieselben Daten wie ein ADS-B-Out-Sender. Die beiden Standards bleiben konzeptionell voneinander getrennt.

Kann man ADS-B mit einem Freiflug-Gerät empfangen?

Bestimmte Empfänger und Varios auf dem Markt integrieren je nach Modell und Hersteller einen ADS-B-In-Empfang. Diese Fähigkeit lässt sich nicht auf alle Freiflug-Geräte verallgemeinern: Sie muss von Fall zu Fall anhand des Datenblatts jedes Instruments überprüft werden, über unseren Katalog.

Warum macht Sie ein ADS-B-Empfänger nicht sichtbar?

Dies ist der wichtigste Punkt, den man sich auf dieser Seite merken sollte. Daten zu empfangen (Funktion In) bedeutet nicht, sie auszusenden (Funktion Out). Ein Gerät, das nur über einen ADS-B-In-Empfang verfügt, ermöglicht es Ihnen, bestimmte umliegende Luftfahrzeuge zu sehen, macht Sie für diese jedoch in keiner Weise sichtbar.

Um von Luftfahrzeugen gesehen zu werden, die den ADS-B-Verkehr überwachen, benötigt man einen aktiven und korrekt konfigurierten ADS-B-Out. Ein Standard-ADS-B-In-Empfänger empfängt nativ keine anderen Sendeprotokolle wie ADS-L Out: Dafür ist ein ADS-L-Empfänger oder ein kompatibles Multimode-Gerät nötig, oder gemäss der künftigen FASST-CH-Architektur eine Weiterleitung über eine bodengestützte Infrastruktur. Ein einfacher Empfänger, so leistungsfähig er auch sein mag, ersetzt niemals eine Sendefunktion – und macht auch nicht die Protokolle sichtbar, die er nicht empfangen kann.

Häufig gestellte Fragen

Nein. ADS-B-Daten zu empfangen (In-Funktion) bedeutet nicht, sie auch zu senden (Out-Funktion). Ein Gerät, das nur empfängt, verbreitet Ihre Position nicht: Um gesehen zu werden, ist ein aktives ADS-B Out erforderlich, oder ein anderes kompatibles Sendeprotokoll wie ADS-L Out.